Grundstückspreise in Bremen und Region

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Der Traum vom eigenen Haus – was romantisch klingt, bewegt sich in der Praxis auf dem hart umkämpften Markt begehrter Grundstücke. Mehr denn je bestimmt nämlich die Lage einer Immobilie deren eigene Attraktivität und beeinflusst so auch ihren Wert. Besonders in den Ballungszentren scheinen Grundstückspreise daher einen Höchststand nach dem anderen zu erreichen. Doch woran liegt das? Und wie sieht die Situation der Grundstückspreise in Bremen und Norddeutschland aus?

Ob selbstgenutztes Eigenheim oder vermarktbares Mehrfamilienhaus, viele Bauherren streben nach Neubauten. Aber ohne passendes Grundstück kein lukratives Neubauprojekte. Das Problem: So konstant hoch – und steigend – die Nachfrage nach verfügbaren Baugrundstücken in Bremen und ganz Deutschland, so knapp das Angebot. Und das lässt bekanntlich die Preise steigen.

Grundstücke in Bremen und Norddeutschland

170 Euro – so viel müssen Bauherren im Schnitt pro Quadratmeter in Bremen bezahlen. Natürlich variiert dieser Preis von Fall zu Fall und ist nie ganz festgeschrieben. So kann der Quadratmeterpreis in Bremen durchaus auch über 200 Euro liegen. Im Vergleich sind die Grundstückspreise in Bremen damit etwa doppelt so hoch wie im Umland. Grundstücke in Niedersachen und in Norddeutschland verlangen für den Quadratmeter nämlich rund 80 bis 100 Euro.

Ausnahme Hamburg: Getreu ihrem selbstgegebenen Beinamen lässt sich die „Perle an der Elbe“ den Traum vom Neubau teuer bezahlen. Quadratmeterpreise von 600 bis 700 Euro sind in Hamburg keine Seltenheit, sondern Alltag. Zum Vergleich: Berlin veranschlagt im Schnitt „nur“ 300 bis 400 Euro. Doch ob Bremen, Hamburg oder Hauptstadt, die Nachfrage nach Bauland ist ungebrochen hoch. Was sind die Gründe dafür?

Gründe für steigende Grundstückspreise

Zwei Faktoren beeinflussen maßgeblich die Entwicklungen des deutschen Immobilienmarkts: Günstige Kreditbedingungen und vielversprechende Zukunftsaussichten: Je günstiger der Kredit, desto eher wagen Menschen den Schritt zum Eigenheim bzw. zur Immobilieninvestition. Ursprung dieser Entwicklung ist die EZB und das Rekordtief des Leitzinses von 0,00 Prozent. Hinzu kommt, dass in Zeiten, in denen langfristige Geldanlagekonzepte immer häufiger an Sicherheit verlieren, die eigene Immobilie – ähnlich wie Gold – immer noch als relativ sichere Geldanlage erachtet wird.

Und dann sind da noch die Investoren und Grundstückseigentümer. Der Immobilienmarkt in Deutschland gilt als vergleichsweise sicher, weswegen verstärkt Geld aus dem In- und Ausland in Immobilien fließt. Die Wertsteigerung von Gebäuden und steigende Mieten sind eben ein lukrativer Kuchen, von dem viele ein Stück abhaben wollen. Darüber hinaus wird vermutet, dass Grundstückseigentümer bewusst ihre Grundstücke zurückhalten. Denn wenn Quadratmeterpreise weiter steigen, kann Geduld pures und vor allem leicht verdientes Geld sein.

Immobilienpreise in Bremen

Das sehen auch Marktanalysten in Bezug auf die Preisentwicklung von Immobilien so: In Bremen prognostizieren sie ein Preiswachstum von 0,3 bis 0,7 Prozent bis 2030. Das freut auch Grundstücksbesitzer, sind steigende Immobilienpreise schließlich das Resultat einer konstant hohen Nachfrage, die sich letztlich auch in den Preisen für Baugrundstücke niederschlägt. Mit unter 1,0 Prozent gehört Bremen aber noch zu den kleinen Gewinnern. In München, Potsdam oder auch dem Landkreis Cloppenburg kann der Preis sogar um bis zu 4,0 Prozent steigen.

Doch wo Gewinner, da auch Verlierer. Besonders die seit Jahren andauernde Landflucht trägt dazu bei, dass so manche ländliche Region unter Werteverfall von Grundstücken leidet. Auf zu viel Platz kommen einfach zu wenig Interessenten. Umgekehrt wächst die Zahl der Menschen in den Ballungsgebieten, in denen Grundstücke und Platz begrenzt sind. Grundstückspreise in gefragten Stadtteilen erreichen dann schnell einen Rekordwert nach dem anderen.

Grundstückspreise ermitteln

Woran bemisst sich nun konkret der Grundstückspreis in Bremen genau wie in anderen Gegenden? In erster Linie kommt hierbei der sogenannte Bodenwert ins Spiel. Dieser kann wiederrum mithilfe des Vergleichswertverfahrens oder des Bodenrichtwerts ermittelt werden. Während das Vergleichswertverfahren den Bodenwert eines Grundstücks von Verkaufspreisen ähnlicher Grundstücke ableitet, die eine vergleichbare Lage aufweisen, ist der Bodenrichtwert tatsächlich eine Quadratmeterpreisangabe. Dabei bestimmt ein Gutachterausschuss den Durchschnittspreis für bestimmte Lagen, den sogenannten Bodenrichtwertzonen.

Letztlich ist jedoch jeder Grundstückspreis so individuell wie das Grundstück selbst. So können benachbarte Grundstücke in Schwachhausen unterschiedliche Quadratmeterpreise besitzen, wenn sie sich beispielsweise in der Beschaffenheit des Bodens oder in ihrer Ausrichtung unterscheiden. Bodenrichtwerte können daher lediglich eine Orientierung sein.

Es bleibt also spannend auf dem hart umkämpften Markt begehrter Baugrundstücke in Bremen und ganz Deutschland. Der Traum vom eigenen Haus hat nun einmal viele Gesichter – und eine riesige Preisspanne. (Autor: Julian Kloß / Foto: Lino Mirgeler)