Geringe Leerstandsquote in Büroimmobilien

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Die positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt hält Leerstandsquote auf niedrigem Niveau.

Bremen. „Es ist nicht abzuschätzen, wie lange das Niedrigzinsniveau anhalten wird. Und es fehlen Erfahrungswerte über die Auswirkungen langanhaltend niedriger Zinsen auf das Verhalten von Immobilieninvestoren auf den Büromärkten.“ Franz Eilers vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) möchte sich beim Blick in die Zinszukunft nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Im Rahmen einer Analyse zum deutschen Immobilienmarkt ermittelte der VDP, dass der Markt der Wohn- und Büroimmobilien nach wie vor von einer sehr hohen Nachfrage bestimmt wird. Kaum Auswirkungen hatten die Neubauten, die den Bedarf im vergangenen Jahr bei Weitem nicht stillen konnten.

Als einen möglichen Auslöser der Knappheit an Büroflächen gab der Verband die außerordentlich positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt an. Durch die vielen Jobs, die in dem Sektor auch neu entstehen, spitzt sich der Bedarf an Immobilien zu. Angesichts eines Büroflächenbestandes von rund fünf Prozent und einer Leerstandsquote von etwa drei Prozent in den größten deutschen Städten (Stand: Ende 2018), liegt es auf der Hand, dass den Investoren die Alternativen fehlen.

Die Folge: Büromieten bewegen sich laut der VDP-Studie weiter nach oben. „Sie dürften auch in diesem Jahr weiter steigen – selbst für den Fall, dass die konjunkturellen Nachfrageimpulse in den nächsten Monaten schwach ausfallen sollten“, ist sich der Verband deutscher Pfandbriefbanken sicher. „Ich gehe davon aus, dass der Cash-Flow, den Büroimmobilien im laufenden Jahr erwirtschaften, höher sein wird als im vergangenen Jahr“, erklärt Eilers.

Rückblende: Ende 2011 waren die Vorzeichen noch ganz andere, denn das Institut der deutschen Wirtschaft sprach seinerzeit sogar vom „Massenphänomen Leerstand“. Damals lag die Leerstandsquote in den sieben größten Städten noch bei 10,4 Prozent. Büroflächen waren ausreichend vorhanden, weil die Entwicklung der Bürobeschäftigung nicht mit dem Immobilienangebot Schritt halten konnte. Dennoch wurde an dem Vorhaben festgehalten, weiterhin Immobilienprojekte auf den Weg zu bringen. Häufig lässt sich ein hoher Standard mit Neubauten leichter realisieren als im Bestand.

Moderne Technologie, die zu erwartende Zunahme von selbstständiger Arbeit und wachsende Mitarbeiteranforderungen definieren aktuell die traditionellen Arbeitsplätze neu. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in europäischen Großmetropolen wie Paris oder London nimmt daher die Nachfrage nach flexiblen Büros zu. (Autor: Guido Finke / Foto: Arne Dedert dpa)