Neuer Kurs zahlt sich aus

Mehr Flächen für mehr Beschäftigte: In Bremen ist der Büromarkt in Schwung gekommen. Das Büropersonal wurde 2020 aufgestockt.

Bremen. Analysen von Büroimmobilien können nun noch genauer durchgeführt werden. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) verfügt mit dem neuen „IW-PREIG“ jetzt über ein Instrument, das vor allem auch das Umland der deutschen Großstädte in die Analysen einschließt. Die Bandbreite der Studien wird demzufolge künftig deutlich regionaler ausgeprägt sein als bisher. Auch aus Bremer Sicht gibt es bereits interessante Erkenntnisse.

Die Anforderungen an das IW-Tool sind hoch. Denn allein für 2019 mussten beispielsweise rund 80.000 Büroflächen-Inserate verarbeitet werden. Die Ergebnisse der Analysen geben zum einen Aufschluss über städtische und ländliche Entwicklungen auf dem Markt. „Zum anderen erlaubt die Menge an Daten, standortspezifische hedonische (innere und äußere, Anm. der Redaktion) Preismodelle zur Bestimmung der Mietveränderungen zu schätzen“, heißt es seitens des Wirtschaftsinstituts.

Und welche wichtigen Erkenntnisse liefert der neue „Büroimmobilien-Monitor“ für die vergangenen zwei Jahre? Grundsätzlich unterstreicht die Analyse, dass die sogenannten makroökonomischen Rahmenbedingungen für den Büromarkt nach wie vor gut sind. Nachdem es im Jahr 2019 etwas bergab ging, kletterte der Wert im Vorjahr wieder leicht nach oben. Bremen ist hier sogar bundesweit an der Spitze: 4,8 Prozent mehr Bürobeschäftigung verbuchte die Hansestadt im Jahr 2020 – keine andere deutsche Großstadt hatte stärkere Zuwächse.

Die Zahl der Angebote für Büroflächen hat sich 2020 um circa 18 Prozent verringert. Ursächlich hierfür sei laut IW die Corona-Krise, die Umzüge von Unternehmen erschwert und insgesamt die Unsicherheit erhöht habe.

Bei den Büromieten liegen die sogenannten Top-Sieben-Städte (Berlin, München, Hamburg, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Köln und Stuttgart) vorn. Die höchsten Mietpreise weist das Berliner Stadtzentrum aus: 26 Euro je Quadratmeter werden dort von den Eigentümern aufgerufen. München (24 Euro) und Frankfurt (20 Euro) belegen in der Rangliste die Plätze zwei und drei. Zum Vergleich: In Bremen beträgt die durchschnittliche Büromiete im Stadtgebiet nach den Daten des IW etwas mehr als 9 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt die Wesermetropole unter den 64 bewerteten Städten, die nicht zu den Top-Sieben-Standorten zählen, im Mittelfeld der Mietpreistabelle. Freiburg führt diese Liste mit 13 Euro an, Chemnitz ist mit 6 Euro das Schlusslicht. Im Bremer Umland beträgt die durchschnittliche Quadratmetermiete für Büros rund 7 Euro.

Bundesweit sind die Büromieten laut IW im Jahr 2020 um 3,5 Prozent geklettert, 2019 waren es noch 5,3 Prozent. Die stärksten Mietpreisanstiege aller betrachteten Standorte verzeichneten demzufolge Potsdam und Leipzig mit jeweils über zehn Prozent. „Das unterstreicht den wirtschaftlichen Aufschwung an den zentralen Standorten in Ostdeutschland“, erklärt das Kölner Institut.

(Autor: Guido Finke / Foto: Frank Thomas Koch)