Immobilie auf Herz und Nieren prüfen

Die Technical Due Diligence sollte von jemandem durchgeführt werden, der sowohl über technisches Verständnis als auch bauspezifisches Fachwissen verfügt. 

Bremen. Immobilien sind gerade im gewerblichen Bereich ein langfristiges Investment. Wer in Hotels, Logistikhallen, Einkaufszentren, Windparks oder Seniorenresidenzen investiert, muss sich auf die Qualität der Bausubstanz und der Technik im Gebäude verlassen können. Eine sogenannte Technical Due Diligence (TDD) erkennt die Beschaffenheit eines Objekts.

Eine TDD stellt den wirtschaftlichen Wert fest und gibt Auskunft über zukünftige ökonomische Möglichkeiten sowie Risiken der Immobilie. Gewerbeimmobilien – in erster Linie Bürogebäude und industrielle Anlagen – sollten stets in jeder Hinsicht sicher sein und sich in einem sehr guten Zustand befinden. Im Rahmen der TDD wird das entsprechende Objekt bezüglich aller wichtigen landesspezifischen Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltrichtlinien auf Herz und Nieren geprüft. Infrage kommt die Maßnahme sowohl für Käufer, Verkäufer als auch für finanzierende Banken.

Experte inspiziert technische Bereiche

Bei einer solchen Sorgfaltsprüfung inspiziert ein neutraler Immobiliensachverständiger mit entsprechenden Fachkenntnissen im Rahmen einer gründlichen Begehung des Objekts die gesamte Bausubstanz, aber auch die vorgenommenen Instandhaltungen und die installierte Technik.

Das Ergebnis einer TDD deckt die Stärken und Schwächen einer Immobilie auf und nimmt meist Einfluss auf die Entscheidung des Auftraggebers. Zudem dient es als Anhaltspunkt für die Höhe des Kaufpreises. Der Gutachter lotet alle technischen Bereiche aus und erkennt, ob mit weiteren finanziellen Aufwänden – zum Beispiel für ein sicherheitsrelevantes Bauteil – in absehbarer Zeit zu rechnen ist. Investoren, die eine Anlage oder Immobilie als Kaufobjekt im Visier haben, um sie gewerblich oder industriell zu nutzen, benötigen daher zur besseren Beurteilung des Kostenrahmens eine fundierte Technical Due Diligence. Diese warnt gegebenenfalls vor einer Fehlinvestition mit horrenden Folgekosten. Nicht zuletzt lässt sich mithilfe einer TDD erkennen, wie gut bestimmte Anlagen ausgelastet sind und ob möglicherweise eine Veränderung der Nutzung sinnvoll ist.

Die Durchführung kann zum Beispiel bei einer Überwachungsorganisation wie dem Tüv oder Dekra in Auftrag gegeben werden. Auftraggeber sollten bei der Auswahl des Immobiliensachverständigen beachten, dass der Experte weder mit dem Käufer noch mit dem Verkäufer in einer arbeitsrechtlichen Verbindung steht.

(Autor: Guido Finke / Foto: DPA)