Wachsender Optimismus

Lichtblick viertes Quartal: Das Transaktionsvolumen bei direkten Gewerbeimmobilieninvestments zog Ende 2020 wieder an – Deutschland weltweit auf Platz zwei.

Bremen. Corona hat im Jahr 2020 alle gesellschaftlichen Bereiche bestimmt – so auch die Immobilienwirtschaft beziehungsweise dort unter anderem den Markt für direkte gewerbliche Immobilieninvestments.

Die hier getätigten Transaktionen beliefen sich im vergangenen Jahr laut Global Real Estate Perspective von JLL auf eine Größenordnung von circa 762 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Rekordjahr 2019 entspricht das einem Rückgang von mehr als einem Viertel. Dennoch wächst der Optimismus, schließlich zeigten die Investmentaktivitäten im vierten Quartal mit 267 Milliarden US-Dollar wieder ein deutlich ansteigendes Niveau gegenüber den beiden Vorquartalen, was den Abwärtstrend abmilderte. Gegenüber dem jeweiligen Vergleichszeitraum im Vorjahr machten die Einbußen in den letzten drei Monaten noch 21 Prozent aus, nach minus 41 Prozent im dritten Quartal und minus 50 Prozent in den Monaten April bis Ende Juni. „Etablierte große und transparente Märkte mit Branchenvielfalt lagen im Fokus der Investoren. Allein Frankreich, Deutschland und die USA zeigten im letzten Quartal zusammen ein um 81 Prozent höheres Transaktionsvolumen als ein Quartal zuvor“, hebt Sean Coghlan von JLL die Stärken des heimischen Immobilienmarkts hervor.

Deutschland holt Silber – Berlin auf dem achten Platz

Für das Gesamtjahr 2020 stehen die USA mit einem Transaktionsvolumen von 312 Milliarden US-Dollar unangefochten an der Spitze der 15 Top-Zielmärkte, gefolgt von Deutschland, UK, Japan und Frankreich, die sich allesamt zwischen 72 und 38 Milliarden US-Dollar bewegten.

Deutschland gehöre zu den Ländern mit einem starken Kapitalpotenzial durch einheimische Investoren, die sich in Coronazeiten auf ihren Heimatmarkt fokussierten. Deren Anteil machte 66 Prozent aus. Im Vereinigten Königreich war es vor allem London, das viel internationales Kapital anzog. Die britische Hauptstadt kam trotz Reisebeschränkungen auf Investments beim Cross Border Volumen von immerhin knapp über 15 Milliarden US-Dollar. Berlin schaffte es auf Platz 8, musste aber mit rund 5 Milliarden US-Dollar ein deutliches Minus von rund 50 Prozent hinnehmen.

(Autor: Julian Kloß / Foto: Jan Woitas)