Deutsche Städte attraktiv

Die Städte Berlin, Frankfurt am Main, München und Hamburg haben es unter die beliebtesten europäischen Standorte für Investments geschafft. Die Innenstadt von Frankfurt mit dem Bankenviertel überzeugt unter anderem mit einem gut ausgebauten Nahverkehr und einer hohen Flexibilität.

Bremen. Deutsche Städte bleiben weiterhin beliebte Standorte für Immobilieninvestments. In einem europäischen Ranking rückt zwar London auf Platz eins vor Berlin, Paris, Frankfurt und München – doch mit Hamburg finden sich insgesamt vier Metropolen in Deutschland unter den „Top Ten“ der aktuellen Aufstellung.

Investoren schätzten die robuste deutsche Wirtschaft, heißt es in der Studie „Emerging Trends in Real Estate: Europe 2022“ der Prüfungsgesellschaft PwC und des Urban Land Institutes. Zudem hätten Städte wie Frankfurt und München ihren Nahverkehr ausgebaut, was sie auch für ältere Menschen attraktiver mache. Verglichen mit Paris oder London sei die Pendelzeit in deutsche Metropolen kurz. Dieser Aspekt habe vor allem in der Zeit der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. Profitieren könnten davon auch die Gewerbeimmobilien.

Berlin sei für Investierende aus dem Ausland besonders attraktiv. Währenddessen sei Frankfurt am Main besonders breit aufgestellt und könne mit einer Umnutzung von Gebäuden schnell auf Trends und sich verändernde Bedarfe reagieren.

Branche ist widerstandsfähig

„Die Stimmung der Immobilienmanager ist trotz der großen Herausforderung überdurchschnittlich positiv“, fasst Thomas Veith von PwC Deutschland zusammen. Den Studienergebnissen zufolge blicken die befragten Experten optimistisch in die Zukunft: Rund die Hälfte glaubt, dass die Profitabilität und die Zahl der Beschäftigten in ihren Unternehmen steigen werden (49 beziehungsweise 53 Prozent). Das Vertrauen in die Immobilienbranche befinde sich auf dem höchsten Stand seit 2014. Das verdeutliche die Erleichterung vieler Investoren, dass sich die Immobilienbranche in der Pandemie als widerstandsfähig erwiesen habe, heißt es im Bericht zu der Untersuchung.

Die jährliche Umfrage, an der im Herbst 844 Entscheider von Immobilienfirmen, Investmentmanager und andere Branchenexperten teilnahmen, befasst sich auch mit der Zukunft von Büroflächen. So sind 85 Prozent der Teilnehmenden der Meinung, dass der Trend zum Homeoffice anhält und die Menschen immer mehr auch an anderen Orten arbeiten werden. Gleichzeitig stimmen jedoch 82 Prozent der Aussage zu, dass eine Unternehmenszentrale weiterhin eine wichtige Rolle für die Firmenkultur sowie das Anwerben von Fachkräften spielen wird. Viele Immobilienmanager glauben dabei laut Studie nach wie vor fest an den Erfolg von Standorten in Top-Lagen.

Büros bleiben demnach auch trotz neuer Arbeitskonzepte und mobiler Tätigkeiten eine wichtige Stellschraube für den Unternehmenserfolg. Als wichtigsten Werttreiber für die Objekte sieht Thomas Veith „die konsequente Einführung und Implementierung von ESG-Strategien“. Dafür sei auch ein Digitalisierungsschub notwendig. Ebenso müssten „die Immobilienportfolios auf neue Nutzungskonzepte im New Normal“ angepasst werden. Darin sieht der Real Estate-
Experte eine große Chance für die Branche.

(Autor*innen: Lisa Janzen und Alexander Sturm / Foto: Uli Deck/dpa)