Büroimmobilien halten die Fahne hoch

Bürogebäude

Bremen. Der Preisanstieg für Büroimmobilien hat dafür gesorgt, dass sich die Gewerbeimmobilien bundesweit auf moderatem Niveau verteuert haben. Dem Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) zufolge verzeichneten im zweiten Quartal besonders Wohnimmobilien einen starken Zuwachs: Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterten die Kaufpreise um 10,1 Prozent. Im gewerblichen Bereich waren es 1,9 Prozent. Der Immobilienpreisindex des VDP verbuchte mit nunmehr 194,8 Punkten einen neuen Rekordwert. Darin fließen die Transaktionsdaten von 700 Kreditinstituten ein.

„Auch im zweiten Quartal dieses Jahres zeigte sich der Immobilienmarkt in Deutschland erneut robust und wies weiterhin teils deutliche Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahr auf“, erklärt VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. „Dies gilt sowohl für den Wohn- als auch für den Büroimmobilienmarkt.“ Es sei jedoch damit zu rechnen, dass sich die konjunkturellen Belastungsfaktoren, wie die gedämpften Wachstumsaussichten, die Inflation oder der spürbare Zinsanstieg zeitverzögert auch in den Index-Ergebnissen niederschlagen würden.

Während Büros nach wie vor sehr gut nachgefragt sind und den Wert der gewerblichen Gebäude vorantrieben, erleben die Einzelhandelsimmobilien eine Schwächephase und notierten 3,5 Prozent unter dem Kurs aus dem Vorjahresquartal.

Abweichende Entwicklung

Einen Abwärtstrend in den beiden Gewerbeimmobilien-Segmenten Büro und Einzelhandel registrierten die VDP-Experten nicht nur bei der Kaufpreisentwicklung, sondern auch der Mietmarkt sieht rückläufige Zahlen. Im Vorjahresquartalsvergleich gaben die Neuvertragsmieten bei Einzelhandelsgebäuden um 1,9 Prozent nach. Immerhin schafften die Büroimmobilien einen Anstieg von 2,8 Prozent.

Mittelfristig rechnet Tolckmitt mit einer merklichen Abschwächung der Preisdynamik. Da vor allem bei Wohnimmobilien die Nachfrage das Angebot weiterhin deutlich übersteige, seien aus heutiger Sicht allerdings keine Preiseinbrüche zu erwarten. Für die Stabilität des deutschen Marktes „spricht, dass hierzulande nicht – wie in anderen europäischen Ländern vor der Finanzkrise – ,auf Vorrat‘ gebaut wurde und Wohnimmobilien in vielen Regionen weiterhin knapp sind“. Künftig dürfe sich die Entwicklung der Preise wieder stärker an den erzielbaren Mieten orientieren, da unter anderem der langjährige Sonderfaktor „sehr günstige Finanzierungskonditionen“ weggefallen sei.

(Autor: Guido Finke / Foto: Andreas Bitterer/dpa)