Preisentwicklung für Gewerbemieten

Aufgrund von Corona waren die Innenstädte und Einkaufszentren zwischenzeitlich leer gefegt: Die Lockdowns und die Öffnungen unter Auflagen zum Schutz während der Pandemie führten zu starken Schwankungen bei der Mietpreisentwicklung im Handel.

Bremen. Insbesondere im Handel ist der Verlauf der Pandemie deutlich an der Entwicklung der Mietpreise abzulesen. Während die Kundinnen und Kunden inzwischen in die Stadtzentren und Shoppingcenter zurückkehren, haben die Schließungen während der Lockdowns, die Öffnungen unter strengen Auflagen und fehlende Laufkundschaft ihre Spuren hinterlassen. In den Bereichen „Industrie, Produktion und Logistik“ sowie „Büro“ hingegen verzeichnete die Indexentwicklung der Gewerbemieten keine deutlichen Schwankungen.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlichte in dieser Woche erstmals Zahlen zu der Preisentwicklung für Gewerbemieten. Insgesamt lagen diese im vierten Quartal 2021 in Deutschland durchschnittlich 1,0 Prozent über dem Vorjahresquartal und 0,2 Prozent höher als noch im Vorquartal. Im Jahresdurchschnitt stiegen die Gewerbemieten 2021 um 0,2 Prozent gegenüber 2020.

Insbesondere der Anstieg in den Marktsegmenten „Industrie, Produktion und Logistik“ um durchschnittlich 0,8 Prozent beziehungsweise „Büro“ um 1,3 Prozent sorgte für diese Mietentwicklung. Im Marktsegment „Handel“ hingegen sanken die Mieten im Vorjahresvergleich um 1,3 Prozent.

Gewerbemieten im Handel folgen Wellen der Pandemie

„Der Gesamtindex der Erzeugerpreise im Wirtschaftszweig „Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden“ (WZ 68.202) war in den von der Corona-Pandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 deutlich von den Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung beeinflusst“, schreibt das Statistische Bundesamt.

Während die Preisentwicklung in den Marktsegmenten „Industrie, Produktion und Logistik“ sowie „Büro“ relativ stabil gewesen sei, folgte laut Experten der Index im Marktsegment „Handel“ den Wellen der Corona-Pandemie.

So ist beispielsweise die deutschlandweite Schließung der Geschäfte zum Infektionsschutz im ersten Lockdown ab Mitte März 2020 bereits deutlich an den veröffentlichten Zahlen abzulesen: Mietnachlässe für die Handelsflächen sorgten in diesem Marktsegment im zweiten Quartal 2020 für einen Abfall von 3,2 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres. Als im Mai unter Auflagen wieder Öffnungen möglich waren, kletterten die Handelsmieten zurück auf
das Niveau vor der Krise.

Neue Maßnahmen in den darauffolgenden Quartalen hatten allerdings weitere Einbrüche zur Folge: jeweils im Vergleich zum Vorquartal betrug die Veränderung im vierten Quartal 2020 -1,5 Prozent, in den ersten drei Monaten 2021 -2,2 Prozent und im darauffolgenden Quartal -0,4 Prozent.

„Erst im dritten Quartal 2021 konnten diese erneuten Mietnachlässe zurückge-nommen beziehungsweise Mietsteigerungen wieder durchgesetzt werden“, so Destatis. Verglichen mit dem Vorquartal habe es dann einen Anstieg von 3,4 Prozent gegeben. Diese Veränderung habe außerdem zu einer deutlichen Erhöhung des Gesamtindex der Gewerbemieten geführt: „Er stieg im dritten Quartal 2021 im Vergleich zum zweiten Quartal 2021 um 1,5 Prozent.“

(Autorin: Lisa Janzen / Foto: Sina Schuldt/DPA)