Förderung für neue Beleuchtung

Der Staat fördert, neben zahlreichen weiteren Maßnahmen, die energieeffiziente Sanierung der Beleuchtungsanlagen von Gewerbeimmobilien.

Bremen. Der Staat setzt mit seiner Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) auch bei gewerblichen Immobilien Anreize zur Optimierung. Für die energetischen Sanierungen sowie Einzelmaßnahmen an sogenannten Nicht-Wohngebäuden wurden laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in der ersten Jahreshälfte 2021 bereits etwa 150.000 Anträge mit einem Volumen von über 2,7 Milliarden Euro bewilligt. Der Einbau energieeffizienter Beleuchtungssysteme fällt im Förderprogramm unter den Bereich Anlagentechnik.

Potenziale häufig unbekannt

Für viele Gewerbeimmobilien rentiert sich die Umrüstung auf eine energiesparende LED-Beleuchtung sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht. In Hallen der Logistik, Industrie oder Lagerhaltung sowie Büros und anderen Gewerberäumen ist die Beleuchtung in der Regel mindestens acht Stunden am Tag in Gebrauch – häufig sogar deutlich länger, zum Beispiel in Betrieben mit einem Schichtsystem.

Lokal ansässige Energieexpertinnen und -experten des BAFA unterstützen Interessierte bei der Beantragung von Fördergeldern. So auch Anne-Kathrin Janssen von der BEKS EnergieEffizienz GmbH aus Bremen. Sie weiß: „Das Einsparpotenzial kann sehr unterschiedlich sein und oft ist den Unternehmen gar nicht bewusst, welche Potenziale im Bereich der Beleuchtung vorhanden sind. Daher ist es wichtig, sich diesbezüglich beraten zu lassen.“ Der Energieberaterin zufolge sei zu beachten, dass der Förderantrag vor der Auftragsvergabe gestellt werde. „Planungs- und Beratungsleistungen können aber bereits vor dem Antrag in Anspruch genommen werden.“

Vielerorts ist noch eine veraltete und energieintensive Beleuchtungstechnik im Einsatz. Moderne LED-Beleuchtungssysteme sind hingegen effizienter und langlebiger: Mit einer energetischen Sanierung können Unternehmen ihren Energieverbrauch für die Beleuchtung um bis zu 70 Prozent senken und zugleich Kosten und Kohlenstoffdioxid einsparen. Durchschnittlich amortisieren sich derartige Investitionen bereits innerhalb von drei Jahren.

Direktzuschuss für Umrüstung

Die neuen Bestimmungen der Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) wurden im Januar 2021 aufgelegt und sollen die energieeffiziente Sanierung voranbringen: Seit Jahresbeginn erhalten nun auch Unternehmen, Einzelunternehmer und Freiberufler, die eine gewerbliche Immobilie besitzen, einen Direktzuschuss für ihre Umrüstung auf eine moderne Beleuchtung.

In diesem Rahmen ist der komplette Austausch der Leuchten in den Bestandsgebäuden förderfähig. Das schließt auch die Nebenarbeiten, die Komponenten und die Erstellung eines Beleuchtungskonzeptes ein. Darüber hinaus wird der Einbau von Regelungen wie tageslicht- oder präsenzabhängigen Systemsteuerungen finanziell unterstützt.

Die Zuschüsse sind jedoch an Bedingungen geknüpft: So muss zum einen eine hohe Systemlichtausbeute mit 120 beziehungsweise 140 Lumen je Watt (lm/w) erreicht werden. Zum anderen ist ein Lichtstromerhalt größer als oder gleich 80 Prozent (L80) bei 50.000 Betriebsstunden zu erreichen.

Vorgehen bei der Beantragung

Bei der Anschaffung neuer Leuchten sollten die Anforderungen für die staatlichen Zuschüsse berücksichtigt werden. So sind zum Beispiel Retrofit- oder Ersatzlampen wie LED-Röhren nicht eingeschlossen.

Das Mindestvolumen für Investitionen liegt bei 2000 Euro brutto – von den förderfähigen Ausgaben beträgt der Direktzuschuss 20 Prozent. Die Investitionssumme ist dabei gedeckelt auf 1000 Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche und ein maximales Gesamtvolumen von 15 Millionen Euro.

Anne-Kathrin Janssen erläutert das Vorgehen, um die Gelder zu erhalten: „Die Antragstellung erfordert die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten. Eine Expertenliste des Bundes wird von der Deutschen Energie-Agentur (dena) geführt. Interessierten Unternehmen empfehle ich, schon frühzeitig einen Energieeffizienz-Experten einzubinden, der die Einsparpotenziale identifiziert und dazu berät, wie die Fördermittel optimal eingesetzt werden können. Über die entsprechende Suche im Internet kann ein lokaler Experte ausfindig gemacht werden.“


Weitere Informationen:

Bundesförderung für effiziente Gebäude: www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude
Energie-Effizienz-Experten: www.energie-effizienz-experten.de


(Autorin: Lisa Janzen / Foto: Adobe Stock/Andrey_Arkusha)