Konzept zur Stärkung der City

Schwerpunktraum „Am Brill“: Von den Maßnahmen der „Strategie Centrum Bremen 2030+“ sollen sowohl der Innenstadtbereich als auch die umliegenden Quartiere profitieren. Denkbar ist zum Beispiel die Ansiedlung der Universität Bremen an diesem zentralen Standort, um für eine Belebung zu sorgen.

Bremen. Die im Oktober 2021 vom Senat beschlossene „Strategie Centrum Bremen 2030+“ wurde über zwei Jahre entwickelt. Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau sowie die Handelskammer Bremen arbeiteten hierfür zusammen. In diversen Einzelprojekten sollen verschiedene Bereiche der City gezielt gestärkt werden. Davon kann die Immobilienbranche profitieren.

Gemeinschaftswerk aller Beteiligten

Kristina Vogt (Linke), Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, berichtet von der Erarbeitung des Konzepts: „Es braucht öffentliches wie privates Engagement. Und privates Engagement, sei es aus der Zivilgesellschaft, Kultur oder Wirtschaft gibt es nur, wenn eine frühzeitige und nachhaltige Beteiligung und Mitsprache an den Konzepten und Strategien erfolgt. Das ist die Grundphilosophie, die hinter der Strategie steht.“

Neben den Fachressorts wurden also von Beginn an auch Schlüsselakteure wie Eigentümer, Kulturschaffende, Gewerbetreibende, Anrainer, Bürger sowie Interessenverbände und Initiativen eingebunden. Auch aus der Immobilienwirtschaft habe es wertvolle Hinweise zu den Trends der kommenden Jahre gegeben.

Die gemeinschaftlich erarbeiteten Zwischenergebnisse seien mehrfach im Beirat Mitte vorgestellt worden. Das klare Ziel der Maßnahmen: „mehr Attraktivität und Aufenthaltsqualität, Multifunktionalität und Durchmischung sowie Erreichbarkeit und Zentralität der Innenstadt“, so die Senatorin.

Schwerpunkte „Mitte“ und „Am Brill“

Als die für die Weiterentwicklung der Innenstadt wichtigsten Projekte schätzt Kristina Vogt die Schwerpunkträume „Mitte“ und „Am Brill“ ein: „Ein Ankerpunkt für die Innenstadt ist die Entwicklung des Quartiers Karstadt, des Parkhauses Mitte und der ehemaligen Galeria-Immobilie. Auch wenn der Einzelhandel immer eine zentrale Bedeutung für die Innenstadt haben wird, müssen wir auch Dienstleistungen, Arbeiten, Kultur, Wohnen, Gastronomie und öffentliche Einrichtungen stärken.“

Auch der insbesondere an Nachmittagen und Abenden wenig frequentierte Domshof soll ein neues Gesicht erhalten. Geplant sind Kulturveranstaltungen aus den Bereichen Musik, Theater und Kunst sowie Feste, Freiluftkino und Außengastronomie.

„Genuss, Essen, Marktgeschehen und Regionalität stehen dabei im Vordergrund. Der Domshof muss so gestaltet werden, dass er für jung wie alt, Bremer und Bremerinnen sowie Besuchende der Stadt interessant ist. Er soll zu einem zentralen Platz werden, auf dem sich die Menschen gerne aufhalten“, erklärt die Senatorin.

Durch eingeworbene Bundesmittel könne darüber hinaus die nahegelegene Glocke weiterentwickelt werden, um bei Kultur und Stadtentwicklung „eine zentrale Weichenstellung vorzunehmen.“

Möglicher Campus in der Innenstadt

Eine große Chance für Bremen kann „die Ansiedlung von Einrichtungen der Universität und Hochschule sowie weiterer Ausbilder im Bereich der Pflege und Gesundheitswirtschaft in der Innenstadt“ sein, so Kristina Vogt. Den Plänen zufolge würden die Studierenden und Angestellten für eine starke Belebung von Gastronomie, Kultur und Einzelhandel sorgen, da sie sich direkt in dieser Lage aufhielten und versorgten. Dies könnte sich auch positiv auf die umliegenden Quartiere auswirken – also neben der Hutfilterstraße und Obernstraße auch die Faulenstraße und Schlachte attraktiver machen und das Geschäft anregen. Die Innenstadt soll insgesamt mehr Charme erhalten, so die Hoffnung. Ein Vorbild könnte die niederländische Stadt Groningen sein.

Denkbar ist zum Beispiel ein Campus der Universität auf dem ehemaligen Sparkassen-Areal am Brill. Dort könnten an einem zentralen Standort auch die wissenschaftlichen Leistungen aus der Hansestadt zugänglich und damit sichtbarer gemacht werden.

Vom Projektstand berichtet die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa: „Aktuell ist geplant, dass eine Machbarkeitsstudie erstellt wird, wie eine Universitätsnutzung mit welchen Fachbereichen, Bedarfen und thematischen Verknüpfungsmöglichkeiten zur Innenstadt an diesem Standort konkret aussehen könnte.“ Sie fügt hinzu: „Allerdings müssen wir auch prüfen, ob die Etablierung von Hochschul- oder Bildungseinrichtungen nicht auch an anderer Stelle in der Innenstadt entstehen können.“

(Autorin: Lisa Janzen / Illustration: Freie Hansestadt Bremen)