Gewerbegebiet "Lune Delta" in Bremerhaven

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Als Teil des Projekts "Grüner Wasserstoff für Bremerhaven" soll dort, wo einst Flugzeuge landeten, künftig die Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse durchstarten.

Bremen. Ob sauberere Luft oder mehr Tiere in Küstennähe, wie schnell sich die Natur im Zuge des Corona-Lockdowns vielerorts erholt hat, zeigt, wie sehr sie zuvor beeinträchtigt war - und wie sehr es sie zu schützen gilt.

Umweltschutz ist jedoch nicht nur gut für die Umwelt, sondern schafft in Deutschland auch neue Arbeitsplätze (sogenannte Green Jobs). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben im Jahr 2018 in Deutschland 289 280 Beschäftigte - gemessen in Vollzeitäquivalenten - Waren, Bau- und Dienstleistungen zum Schutz der Umwelt produziert. Damit stieg die Zahl der Green Jobs gegenüber dem Vorjahr um 9,6 Prozent.

Mehr als zwei Drittel (71,7 Prozent beziehungsweise 207 470 Personen) der Beschäftigten im Umweltschutz waren im Verarbeitenden Gewerbe tätig. Der bedeutendste Wirtschaftszweig war dort mit 78 933 Beschäftigten der Maschinenbau. Hier werden beispielsweise Windkraftanlagen und energieeffiziente Antriebs- und Steuerungstechniken für den Umweltschutz hergestellt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Green Jobs im Maschinenbau um mehr als ein Viertel (26,7 Prozent).

Knapp ein Sechstel der Beschäftigten im Umweltschutz (16,2 Prozent beziehungsweise 46 931 Beschäftigte) war im Baugewerbe tätig, zum Beispiel bei der Wärmedämmung von Gebäuden oder dem Bau von Kanalisationssystemen. Gegenüber 2017 stieg die Zahl der Beschäftigten im Umweltschutz in diesem Sektor um 3,6 Prozent.

Lune Delta: Gewerbegebiet der Green Economy in Bremerhaven

Mit Blick auf Green Jobs im Land Bremen sollen im Bremerhavener Gewerbegebiet „Lune Delta“, das Teil einer länderübergreifenden Strategie zur Etablierung einer grünen Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland ist, ab 2022 Unternehmen der Green Economy hunderte neue Jobs schaffen. Speziell auf der Luneplate sollen dafür nachhaltige Gewerbeflächen entstehen. Merkmale wie die Einbindung der Lune-Flusslandschaft sowie die Beziehung von grüner Energie aus Windkraft brachten dem Gewerbegebiet bereits die Vorzertifizierung in Platin der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ein. Mit dem jetzt erfolgten Start des Projekts „Grüner Wasserstoff für Bremerhaven“ kann des Weiteren mit dem Aufbau eines Elektrolyseur-Testfelds auf dem ehemaligen Flugplatz Luneort begonnen werden.

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Das Gewerbegebiet Lune Delta haucht der Luneplate bald neues Leben ein; ein Elektrolyse-Testfeld entsteht nebenan auf dem ehemaligen Flugplatz Luneort.

An erster Stelle

Als Bestandteil des Wassers kommt Wasserstoff in gebundener Form in allen lebenden Organismen vor. Das Element mit der ersten Ordnungszahl im Periodensystem ist somit buchstäblich lebenswichtig. Da wundert es wenig, dass Wasserstoff auch im lebhaften Diskurs über die Wirtschaftlichkeit Norddeutschlands und insbesondere über jene Bremens und Bremerhavens eine elementare Rolle spielt.

Norddeutschland soll zur ersten Adresse für nachhaltige Energie mithilfe von Wasserstoff werden – so zumindest der Plan der fünf norddeutschen Bundesländer. Auf die Eckpunkte einer entsprechenden Strategie einigten sich die Länder bereits im Mai 2019. Damit ist der Weg frei für die Etablierung einer grünen Wasserstoffnutzung, die sowohl wirtschaftliche als auch strukturpolitische Impulse setzen soll: „Wasserstoff ist der technologische Game-Changer, und wir im Norden wollen diese Chance nutzen. Als sauberer Energieträger löst er viele unserer Probleme. Wir haben hier im Norden herausragende Möglichkeiten, mit der aus Windstrom gewonnenen Energie grünen Wasserstoff zu produzieren“, ist sich Friederike C. Kühn, Vorsitzende der IHK Nord, sicher.

Neuer Platz für Unternehmen der Green Economy

Die wirtschaftlichen Überlegungen zum Wasserstoff in Bremen und Bremerhaven sind Teil des Projekts Green Economy, hinter dem eine Wirtschaftsweise steht, die ökologische Nachhaltigkeit mit ökonomischer Profitabilität und sozialer Inklusion verbindet. Und genau die soll mit dem geplanten Gewerbegebiet Lune Delta künftig in Bremerhaven Einzug halten. Konkret können sich auf der Luneplate ab 2022 Unternehmen und Start-ups der Green Economy ansiedeln. Viel neues wird also künftig in Bremerhaven mit Hilfe von Wasserstoff zum Leben erweckt.

(Autor: Julian Kloß / Foto oben: Karsten Klama / Illustration unten: Cityförster)