Concept-Stores als Flächenkonzept

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Der "Schlafraum Shop" im neuen ekofair Nature Store ist nur ein Teil des vielseitigen und durchdachten Gesamtkonzepts. Die Idee für den Concept-Store konnte bei der Ausschreibung der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH überzeugen.

Bremen. Welche neuen Angebote machen die Innenstadt eigentlich auch in Zeiten des boomenden Onlinehandels für Kundinnen und Kunden besonders attraktiv? Eine Möglichkeit für Lebendigkeit und Zukunftsorientierung ist die Gestaltung von Handels- und Gewerbeflächen als vielseitiger Erlebnisort mit Mehrwert – beispielsweise in Form von sogenannten Concept-Stores. Ihnen liegt, wie die der Name bereits vermuten lässt, ein durchdachtes Konzept zugrunde.

Bremer Concept-Stores

Auch die Hansestadt Bremen wird durch einige Concept-Stores bereichert. Ein spannendes Beispiel ist das neue Fairkaufhaus ekofair: nachhaltige und hochwertige Produkte aus der Region, reger Austausch zu relevanten Themen, Kaffeeklatsch und Klönschnack im Café und ein Forum für monatlich wechselnde Kunst – all dies ist Teil der Idee. Zu erwerben sind unter anderem duftende Gewürze, Pflanzen, faire Mode, Naturkosmetik, Süßwaren, Accessoires und Dekoration. Dabei werden in das Angebot ausschließlich Produkte aufgenommen, die nach biologischen, umweltbewussten und fairen Kriterien hergestellt sind. Ein Wegeleitsystem sorgt für Orientierung und bietet Interessierten Hintergrundinformationen rund um die Themen Nachhaltigkeit, Fairtrade, Umwelt oder Handwerk. Damit sollen auch erlebbare Anreize geboten werden, die weit über den Besuch im Store hinaus andauern. Geplant ist außerdem ein vielseitiges Angebot an Veranstaltungen, Workshops und Seminaren, sobald diese wieder stattfinden dürfen. Die Gründer Urs Siedentop, ­Felix Halder und Erik Wankerl beschreiben dies so: „Unser Konzept ist ein gemeinschlaftliches Miteinander von verschiedenen kleinen Bremer Läden, Start-Ups und Produzenten unter einem gemeinsamen Dach. Wir möchten ausgewählte ansprechende Produkte und Dienstleistungen anbieten und zusätzlich über Produkte und auch Produzenten informieren.“

Kreative Ideen gewinnen

Das neuartige Konzept konnte im Wettbewerb „Concept Store“ der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH überzeugen. Dieser ist Teil des Aktionsprogramms Innenstadt, dessen Ziel die Erhöhung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt ist. Als Sieger der Ausschreibung dürfen die Inhaber die Ladenfläche in der Obernstraße für 13 Monate mietfrei nutzen. Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, bezeichnete das Kaufhaus bereits bei seiner Eröffnung als eine Bereicherung für die Bremer Innenstadt, die damit auch insgesamt deren Attraktivität erhöhe. Urs Siedentop und seine Geschäftspartner haben sich viel Zeit genommen, um ihre Idee auszuarbeiten: „In den vergangenen Monaten haben wir hunderte Stunden Arbeit in das ekofair-Konzept investiert.“ Schon im Vorfeld habe sie viel positives Feedback erreicht und ihre Idee deutschlandweit Aufmerksamkeit erhalten.

Sind solche eher experimentellen Formen der Nutzung für gewerbliche Flächen ein tragendes Zukunftsmodell für Innenstädte? Das große Interesse an ekofair stützt diese Vermutung jedenfalls – auch trotz der ­aktuell geltenden Corona-Beschränkungen. Insgesamt geht es also bei dieser Gestaltung von Ladenfläche um viel mehr als das übliche Shopping: So wird ein Besuch besonders spannend und bereitet Spaß. Die Geschäftsführer betonen: „Unser Fairkaufhaus soll ein Ort sein, an dem man sich entspannt einige Zeit aufhalten und informieren und entdecken kann.“

Neben diesem noch neuen Angebot gibt es in Bremen auch bereits erfolgreich etablierte Concept-Stores – zumeist aus den Bereichen Damen-, Herren- oder Sportmode, Schuhe, Schmuck oder Geschenkartikel. Doch auch Geschäfte mit einem Angebot an Möbeln oder sogar Elektrofachgeschäfte folgen bereits in zunehmender Zahl durchdachten Konzepten, um Kundinnen und Kunden mit Erlebnissen nachhaltig zu begeistern.

Zur Sache

Concept-Stores sind Läden, die einem bestimmten Konzept folgen. Dabei sollten ihre Bausteine gut zusammenpassen und sich ergänzen, sodass die Fläche nicht einfach ein Ort für den Verkauf von Produkten ist, sondern darüber hinaus einen Mehrwert bietet. Gefragt sind also Mut zur Innovation und Individualität – und häufig auch zum Experimentieren.

(Autorin: Lisa Janzen / Foto: WFB / Frank Pusch)