Attraktiver Standort mit Rekordumsätzen

Bremen überzeugt in der Logistik mit seiner Lage, kurzen Wegen, einem großen Angebot und preiswerten Mieten.

Bremen. Das Land Bremen ist eine wichtige Drehscheibe für Waren des nationalen und internationalen Handels. Insbesondere aufgrund seiner Lage zwischen den drei größten Seehäfen Deutschlands und der Nähe zur Nordsee sowie der ausgezeichneten Infrastruktur hat sich Bremen als erfolgreicher Logistikstandort etabliert.

Güter aus dem Container-Terminal in Bremerhaven werden hier ebenso kommissioniert und weiterverarbeitet wie aus den Häfen in Hamburg und Wilhelmshaven. Zudem werden sie von hier aus in alle Teile der Welt verschifft. So trägt Bremen einen großen Teil zur Sicherung stabiler Lieferketten sowie dem Erfolg von Exportunternehmen bei, denn etwa drei Viertel des wertmäßigen Anteils am Außenhandel werden in Deutschland über die Seehäfen abgewickelt.

Anders als bei einigen anderen Branchen schmälerte die Corona-Pandemie den Erfolg des Bremer Markts für Logistikimmobilien nicht. Im Gegenteil: Er erreichte dem neuen Immobilienmarkt-Report der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH zufolge mitten in der Krise sogar Rekordumsätze. Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der WFB, fasst zusammen: „Mehr Hallenflächen, eine leicht erhöhte Leerstandsquote und günstige Mieten sorgen für große Stabilität bei Logistikimmobilien. Dies trägt auch dazu bei, dass Bremen seine Position als Spitzenstandort der Logistik weiter halten kann.“

Viele Flächen und hoher Umsatz

Im letzten Jahr standen drei Millionen Quadratmeter Fläche in Logistikhallen zur Verfügung. „Der Bestand an Hallenflächen stieg 2021 auf 3,2 Millionen Quadratmeter“, so Andreas Heyer. Noch bemerkenswerter ist der Zuwachs unter Berücksichtigung der Errechnungsmethoden: Im Gegensatz zu vergleichbaren Reporten werden in Bremen nur die Flächen im Stadtgebiet einbezogen und nicht die der gesamten Region. Auch die Areale großer Akteure aus dem Bereich Industrie und Handel werden nur berücksichtigt, wenn sie dem Markt durch Outsourcing zur Verfügung stehen.

Eine weitere Bremer Besonderheit: Viele der knapp 250 Immobilien sind mit dem Fahrrad einfach von der Innenstadt aus erreichbar. Mit seinen kurzen Wegen trägt der Standort auch zur Klimaneutralität im Logistikbereich bei.

Doch nicht nur der Bestand kann sich sehen lassen, auch der Flächenumsatz spiegelt die Bewegung auf dem Markt wider: Er stieg im Vergleich zum Vorjahr von 238.800 auf 366.000 Quadratmeter – ein Rekordwert – und von 20 auf 21 neu abgeschlossene Verträge an. Dabei ist ein Anstieg des Anteils an großflächigen Immobilien festzustellen, denn die Anzahl an Verträgen über mehr als 10.000 Quadratmeter stieg von neun in 2020 auf zwölf im laufenden Jahr.

„Die Leerstandsquote erreichte wieder marktübliche 3,83 Prozent“, berichtet Andreas Heyer. Damit liege die Quote wieder auf dem Niveau von 2018 und 2019 und innerhalb der bundesweit marktüblichen drei bis fünf Prozent. Er erläutert: „Eine zu niedrige Leerstandsquote verringert die Möglichkeit, auf Marktschwankungen zu reagieren, wogegen ein leicht höherer Wert dem Markt mehr Spielraum lässt.“

Erschwingliche Mieten

Die Durchschnittsmiete für Bremer Logistikflächen stieg in einem moderaten Rahmen um fünf Cent auf 3,36 Euro pro Quadratmeter im Monat, wobei neuwertige Objekte mit einer Kaltmiete von vier Euro pro Quadratmeter und mehr etwas hochpreisiger sind. Bei den Bestandsimmobilien liegt fast die Hälfte bei erschwinglichen zwei bis drei Euro für einen Quadratmeter. „Die Mieten bleiben weiterhin deutlich günstiger als in den ‚Big-5‘-Ballungsräumen“, merkt Andreas Heyer an. In Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, München und Düsseldorf koste ein Quadratmeter zwischen 5,25 und 7,10 Euro.

Dem Report zufolge spiegelt die Spanne der Mietpreise den variablen Immobilienmix Bremens: „Sowohl für den Maschinen- und Anlagenbau als auch für Verkaufsaktionen mit kurzfristig erforderlichen hohen Lagervolumen gibt es geeignete Immobilien. Das Angebot reicht von der einfachen Lagerhalle bis zum Gebäude mit höchster Qualitätsstufe für die Lebensmitteldistribution.“

Besonders großflächige Hallen gibt es im Güterverkehrszentrum (GVZ), in dem 2021 insgesamt knapp 117.000 Quadratmeter Fläche in Betrieb genommen wurden. Bei der Verteilung der Hallenflächen nach Standorten wartet das GVZ mit 1.646.850 Quadratmetern mit dem größten Anteil auf. Mit einigem Abstand folgen Hansaline beziehungsweise der Hemelinger Hafen (570.200 Quadratmeter) und die Industriehäfen (504.000 Quadratmeter). Die übrigen Flächen entfallen auf das Bremer Kreuz, die Überseestadt und sonstige Standorte.

(Autorin: Lisa Janzen / Foto: WFB/Caspar Sessler)