Bürosektor treibt den Markt an

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Die Preise für Gewerbeimmobilien kennen seit Jahren nur eine Richtung: Sie gehen nach oben.

Bremen. In den Ballungszentren ebbt der Bauboom nicht ab: Der Markt der Gewerbeimmobilien bewegt sich weiter nach oben – allerdings eher moderat. Sehr hoch im Kurs stehen bei den Investoren hingegen Büroflächen, die das Geschäft in Schwung halten.

„Die Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt steigen weiter, und das schon seit zehn Jahren ununterbrochen. Mittlerweile fällt der Anstieg aber nicht mehr so hoch aus wie noch vor zwei oder drei Jahren“, sagt Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (VDP). „Insbesondere in den Top-Sieben-Städten lässt die Preisdynamik bei Wohnimmobilien angesichts des erreichten hohen Niveaus nach.“ Grundlage der VDP-Studie waren die Daten von 600 Kreditinstituten der deutschen Finanzwirtschaft.

Geringe Leerstandsquote

Im Bürosektor sind Flächen nach wie vor ein rares Gut. Die Folge liegt laut Tolckmitt auf der Hand: „Solange die Nachfrage das Angebot übersteigt, wird sich nichts Grundlegendes an der Preisentwicklung ändern.“

Die robuste Binnenkonjunktur und positive Arbeitsmarktaussichten sind laut VDP die Auslöser für die uneinheitliche Entwicklung bei den Gewerbeimmobilien. Die Leerstandsquote liegt vielerorts unter drei Prozent.

Gewerbeimmobilien legten preislich im vierten Quartal 2019 deutschlandweit um 6 Prozent gegenüber dem Jahresende 2018 zu. Die Wachstumsrate war damit nahezu identisch mit dem Wert des Vorquartals (plus 5,9 Prozent). Büroimmobilien waren ein Ausreißer nach oben und verteuerten sich deutlich um 8,9 Prozent. Die Preise für Immobilien im Einzelhandel gingen im Gegensatz dazu sogar um 0,2 Prozent zurück.

„Der Strukturwandel im Einzelhandel wirkt sich unweigerlich auf die Preisentwicklung der Immobilien aus“, kommentierte Tolckmitt mit Blick auf die weiter zunehmende Konkurrenz des E-Commerce. Bei Betrachtung des gesamten nationalen Markts gibt es seiner Ansicht nach aber kaum Anlass zur Sorge: „Die Attraktivität deutscher Gewerbeimmobilien ist ungebrochen.“ Es deute vieles auf eine weiter stabile Aufwärtsentwicklung hin. „Das Preissteigerungspotenzial wird aber kleiner“, sagt der VDP-Hauptgeschäftsführer.

Die aktuelle Entwicklung bei den Wohnimmobilien verrät derweil, dass die Preise in den Großstädten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart geringer als auf dem gesamtdeutschen Markt nach oben gingen. Während sich Wohnimmobilien bundesweit um 6,4 Prozent verteuerten, lagen die Preise in den sieben Top-Metropolen lediglich 2,9 Prozent über dem Wert vom Jahresende 2018.

(Autor: Guido Finke / Foto: Julian Stratenschulte)