Hotelketten entdecken Bremen für sich

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Immer mehr Touristen und Geschäftsreisende kommen nach Bremen. Damit steigt auch der Bedarf an weiteren Hotelzimmern.

Bremen. Der Hotelimmobilienmarkt surft weiter auf einer Erfolgswelle. Nicht nur in den deutschen Top-Städten wie Berlin, Hamburg und München wird munter gebaut. Auch in Bremen entstehen neue Hotels – beispielsweise im Tabakquartier wird voraussichtlich bis zum Sommer 2021 ein Lifestyle-Haus mit 100 Zimmern seine Pforten öffnen. Im zentralen Innenhof der ehemaligen Tabak- und Zigarettenfabrik Martin Brinkmann soll das neue Konzepthotel entstehen. Ebenfalls für das kommende Jahr ist die Eröffnung eines Hotels in der Überseestadt vorgesehen. Direkt am Wasser, im früheren Hafenrevier, wollen die Investoren ein Objekt mit 128 stylischen Zimmern anbieten.

Hotelketten haben die Hansestadt seit geraumer Zeit als Standort für sich entdeckt. Im Jahr 2018 zählte das Statistische Landesamt 89 Herbergen mit mehr als 11 100 Betten in Bremen. Zwei Jahre zuvor waren es noch 83 Betriebe mit zusammen 10 500 Betten.

„Lust aufs Investieren wecken“

Neue Konzepte und Projekte – und nicht weniger als die Stärkung der gesamten Hotelbranche: Der „Tag der Hotelimmobilie“ in Berlin rückte die immense Bedeutung des Tourismusbereichs in den Vordergrund. Dabei ging es unter anderem um bevorzugte Flächen für künftige Bauten.

„Hotels müssen heute attraktiv sein, was das Design und den Standort angeht“, sagt Thomas Bareiß. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium bekräftigte bei dem Treffen, dass die Branche zusätzliche Unterstützung benötigt: „Wir müssen auch steuerliche Anreize setzen, Lust aufs Investieren wecken.“ Politisch müsse man bei der großen Bedeutung von Hotels mehr Wert auf Deregulierung legen. Thematisiert wurden beim „Tag der Hotelimmobilie“ in Diskussionsmodulen darüber hinaus weitere Aspekte, beispielsweise die Rolle von Hotels im Quartier als Herausforderung für eine lebendige Nachbarschaft.

„Charakter und ein eigenständiges Profil machen heute ein Hotel erfolgreich. Hotels sind mittlerweile Markenprodukte“, erklärt Andreas Mattner. „Damit gilt: Sie müssen einzigartig und unverwechselbar sein“, so der Präsident des Zentralen Immobilien-Ausschusses (ZIA). Seine Erfolgsformel: Man müsse weg vom reinen Bettenanbieter hin zum perfekten Zusammenspiel von Standort, Konzept und Betreiber.

„Insgesamt haben wir rund 13 000 Hotels in Deutschland, das unterstreicht die enorme Wirtschaftskraft dieser Branche“, ergänzt Bareiß. „Es zeigt, dass wir ein attraktives Angebot an Beherbungsmöglichkeiten brauchen. Hotels sind ein ganz zentraler Faktor.“ (Autor: Guido Finke / Foto: Christian Walter)