Wohnungsbau als Hoffnungsschimmer

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Kein Ende des Booms in Sicht: Derzeit wird jede Menge Wohnraum aus dem Boden gestampft.

Bremen. Die Baubranche trotzt in Deutschland der Corona-Krise und meldet positive Zahlen: Mit einem ordentlichen Schlussspurt zum Jahresende steigerte das Bauhauptgewerbe den Umsatz 2020 um 4,9 Prozent ge- genüber 2019, so das Statistische Bundesamt. Damit registrierte die Branche das achte Jahr in Folge steigende Umsätze. Im Dezember lagen die Erlöse laut den vorläufigen Daten um 18 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Im gewerblichen Hochbau hingegen verkündete der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen ein negatives Ergebnis. „Die baukonjunkturellen Zahlen zeigen den erwarteten Rückgang“, erklärt Verbandspräsident Thomas Echterhoff. Auf der anderen Seite boomt der Wohnungsbau, sodass es aktuell auch gute Nachrichten aus der Branche gibt.

In Niedersachsen und Bremen leisteten die Handwerker in der Bauproduktion zwar 3,5 Prozent mehr Arbeitsstunden gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im sonstigen öffentlichen Tiefbau registrierte der Bauindustrieverband allerdings ein Minus von 3,9 Prozent. Der gewerbliche Hochbau verzeichnete sogar ein Minus von 4,7 Prozent. Das Plus von 19 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 stimmt den Bausektor dagegen zuversichtlich.

„Hoffnung für 2021 macht die Entwicklung bei den erteilten Baugenehmigungen – dem Frühindikator für die zukünftige Hochbaunachfrage“, erläutert Echterhoff. Der Zuwachs von insgesamt 33,9 Prozent basiert schließlich auf einem Plus von 9,1 Prozent bei den Wohngebäuden sowie einer Verbesserung von 54,2 Prozent bei den Nichtwohngebäuden.

„Jetzt bleibt abzuwarten, ob die Baugenehmigungen auch in reale Bauaufträge münden,“ so Thomas Echterhoff weiter. „Dies ist in Zeiten der Corona-Pandemie alles andere als selbstverständlich. Viele Unternehmen der produzierenden Wirtschaft kürzen derzeit ihre Investitionsetats“, betont der Verbandspräsident.

Die Bauwirtschaft erweist sich einmal mehr als Stütze der Gesamtwirtschaft, heißt es seitens des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB). Die erhofften Auswirkungen hatte demzufolge auch die Mehrwertsteuersenkung im zweiten Halbjahr. Deren Auslaufen zum Jahresende habe zu einem starken Umsatzanstieg im Dezember geführt. „Die Vorzieheffekte werden allerdings dazu führen, dass diese Umsätze im Jahr 2021 fehlen werden“, so der HDB. „Während viele Branchen extrem unter den Lockdowns leiden, laufen die Arbeiten auf den Baustellen seit Beginn der Pandemie auf Hochtouren weiter“, ergänzt Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt.

(Autor: Guido Finke / Foto: Julian Stratenschulte/DPA)