Gartenstadt Werdersee nimmt Form an

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Insgesamt 590 Wohneinheiten soll die neue Gartenstadt am Werdersee beinhalten. Die ersten 20 Häuser sollen bereits dieses Jahr fertiggestellt werden. (Illustration: Gewoba)

Das Wohnprojekt „Gartenstadt Werdersee“ läuft langsamer an als angekündigt. Erst im September 2018 haben die Tiefbauarbeiten auf dem Areal zwischen Habenhauser Landstraße, Friedhof Huckelriede und Werdersee begonnen. Im Herbst 2017 ging Peter Sakuth von der Projektgesellschaft Gartenstadt Werdersee (PGW) während des offiziellen Baggerstichs noch davon aus, dass im Frühjahr 2018 der Straßen- und Leitungsbau abgeschlossen sei.

Nach damaligem Zeitplan sollte auch der Bau der Häuser schon seit einem halben Jahr in voller Fahrt gewesen sein, im Frühjahr 2019 sollten die ersten Bewohner einziehen. Dieser Termin ist nicht mehr zu halten, sagt PGW-Geschäftsführer Uwe Schierloh auf Nachfrage des WESER-KURIER. Das habe auch mit den unerwarteten Arbeiten des Kampfmittelräumdienst auf dem Gelände zu tun: Über 450 Brandbomben mussten entfernt werden, heißt es von der Polizei. Erst Anfang September hat der Dienst seine Arbeit beendet.

„Es gab Hinweise darauf, dass wir etwas finden würden, weil bereits bei der Umgestaltung des Werdersees nach dem Deichdurchbruch Bomben gefunden wurden“, erklärt Kampfmittelexperte Andreas Rippert. Die hohe Zahl der Funde habe den Räumdienst allerdings „sehr überrascht“, so Rippert. Erschwert habe die Arbeit der besonders nasse Herbst und der extrem trockene Sommer.

Als nächsten Schritt plant die PGW, den Regenwasserkanal unter der Habenhauser Landstraße zu verlegen, um das Baugebiet anzuschließen, so Schierloh. Dann solle auch die zweite Zufahrt zum Gelände fertiggestellt werden. Autofahrer müssen sich daher in diesem Bereich zwischen Huckelriede und Habenhausen für das kommende halbe Jahr auf Verkehrsbehinderungen einstellen. Der Verkehr wird per Ampelschaltung je Fahrtrichtung abwechselnd nur einspurig an der Baustelle vorbeigeführt.

Eines der großen Bremer Neubauvorhaben

Die ersten 20 Häuser sollen laut neuem Zeitplan im Spätsommer 2019 stehen – ein halbes Jahr später als ursprünglich erhofft. Parallel dazu läuft der Straßenbau und es werden Versorgungsleitungen und der Kanal auf dem Gelände verlegt.

„Ein paar Kaufinteressenten sind uns in der Zwischenzeit abgesprungen, weil sie mit einem früheren Einzug geplant hatten“, bedauert Schierloh die Verzögerung. Die Nachfrage nach Immobilien in der „Gartenstadt Werdersee“ sei dennoch weiterhin gut. Mit 590 geplanten Wohneinheiten auf dem über 16 Hektar großen Areal ist es eines der großen Bremer Neubauvorhaben.

2013 hatte die Planung begonnen, mehrere Architekturbüros nahmen daraufhin 2014 an einem Wettbewerb um den städtebaulichen Entwurf teil, den das niederländische Büro „De Zwarte Hond“ für sich entschied. In einem Beteiligungsverfahren konnten Bürger ihre Wünsche und Anregungen einbringen.

Doch das Projekt stieß auf massive Kritik von Bürgern sowie den Beiräten Neustadt und Obervieland, die sich mehr Mitentscheidungsrechte bei der Wohndichte und der Gestaltung des Gebietes erhofft hatten. Die PGW koordiniert die Planungen der Unternehmen Interhomes, Hübotter und Gebrüder Rausch.

Die teilstädtische Gewoba wird 220 geförderte Mietwohnungen errichten, hinzu kommen bis zu 100 Eigentumswohnungen und 260 Einfamilienhäuser der PGW, so Schierloh. Das zweite Baufeld sei im Verkauf, im Frühjahr 2019 soll dort Baubeginn sein, so Schierloh. Auch bei der Gewoba rückt der Baubeginn der geplanten Mehrfamilienhäuser näher. Das Erste – direkt an der Habenhauser Landstraße – ist bereits in der Ausschreibung.

"Prinzipiell ist das Ziel noch zu schaffen"

„Der Markt ist relativ leer gefegt, mal sehen, wann wir ein Bauunternehmen dafür finden“, beschreibt Martin Paßlack von der Gewoba die Situation. Der Leiter der Abteilung Neubau geht dennoch von einem Baubeginn im März 2019 aus. Im Anschluss sei das Nachbargebäude am Eingang zum „Boulevard“ an der Reihe, das im Erdgeschoss auch Einzelhandel beherbergen soll.

In einem weiteren Gebäude, das ebenfalls am westlich gelegenen Eingangsbereich zur „Gartenstadt Werdersee“ entstehen wird, realisiert die Gewoba eine Kita. Für beide Häuser sei der Baubeginn für Herbst 2019 geplant. Die bei der PGW entstandene Verzögerung von einem halben Jahr sei keinesfalls dramatisch: „Vor dem Hintergrund, dass es so eine große Maßnahme ist, geht es noch gut voran.“ Spätestens 2024 wolle man das Neubaugebiet fertiggestellt haben, heißt es bei der PGW. „Es gibt immer viele Unbekannte in der Gleichung, aber prinzipiell ist das Ziel noch zu schaffen“, sagt Schierloh. (Autorinnen: Karin Mörtel und Elke Hoesmann)