Ein Plädoyer für bezahlbaren Wohnraum

Geringere Kosten, aber eine hohe Wohnqualität – darum geht es bei der neuen Sonderausstellung in Bremen. Sie wird am Sonntag, 5. Dezember, eröffnet.

Bremen. Bezahlbare Wohnungen sind ein seltenes Gut geworden – vor allem in Ballungsräumen sind sie kaum noch zu finden. Die hohen Mieten belasten vor allem Familien. Die Frage nach passenden Konzepten wird daher immer lauter. Immerhin: In Bremen und andernorts entsteht neuer Wohnraum, und auch ein Mietspiegel soll in der Hansestadt spätestens ab dem Jahr 2024 unter anderem dafür sorgen, dass übertriebene Mieterhöhungen ausbleiben.

Unter dem Motto „Wohnen³ bezahlbar. besser. bauen.“ greift jetzt eine Sonderausstellung in der Überseestadt das aktuelle Thema auf. Die Vernissage am morgigen Sonntag, 5. Dezember, ist zugleich der Startschuss für die bis zum 3. Juli 2022 dauernde Veranstaltung. Unter anderem hält der Münsteraner Architekt Klaus Dömer zum Auftakt einen Impulsvortrag.

Neue Ansätze für bezahlbaren, guten Wohnraum möchte die Ausstellung aufzeigen. Architektonische Lösungen und künstlerische Interventionen sind die beiden Schwerpunkte. Neben der morgigen Vernissage im Hafenmuseum Speicher XI (11 Uhr) stehen eine Reihe von Vorträgen auf dem Programm. Den Auftakt macht am 14. Dezember (18 Uhr) die Berliner Architektin Niloufar Tajeri. „Kleine Eingriffe für ein Wohnen in der Postwachstumsstadt“ lautet ihr Vortrag, der sich mit kleinen Eingriffen an vorhandenen Gebäuden beschäftigt.

Darüber hinaus ist ein Vortrag von Irene Nierhaus vorgesehen. Die österreichische Kunsthistorikerin lebt in Bremen und Wien. Sie referiert am 18. Januar (18 Uhr) über „Wohngrenzen: Politiken von Bewohnen und Un/ Sichtbarkeit“. Am 22. März (18 Uhr) ist zudem das Thema „Bezahlbarer Wohnungsneubau – auch in Bremen?!“ mit der Architekturforscherin Kassandra Löffler aus Weimar geplant. Sie studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien und der Bauhaus-Universität Weimar. Die drei Experten sind jeweils im Bremer Zentrum für Baukultur (Speicher XI) zu Gast. Alle Veranstaltungen sind in Präsenz sowie online über das Portal „Zoom“ geplant.

Die für die Ausstellung ausgesuchten Bauprojekte basieren auf der Publikation „Bezahlbar. Gut. Wohnen. Strategien für erschwinglichen Wohnraum“ und werden um drei Beispiele aus Bremen und Bremerhaven ergänzt. Felix Dreesen, Paul Putzier, Folke Köbberling, Jule Körperich und Daniela Reina Téllez möchten mit ihren künstlerisch dargestellten Perspektiven zum Nachdenken über Wohnbedürfnisse anregen. Im Fokus stehen Architektur und Städtebau in Bezug zu den Baukosten.

Öffnungszeiten

Die Sonderausstellung „Wohnen³ bezahlbar. besser. bauen.“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Hafenmuseums Speicher XI, des Bremer Zentrums für Baukultur und des Mariann Steegmann Instituts Kunst & Gender. Sie ist vom 5. Dezember bis 22. Juli jeweils dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Auch Gruppenführungen sind möglich. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bezahlbarbesserbauen.net. Auf der Webseite werden auch zusätzliche Veranstaltungen bekanntgegeben.

(Autor: Guido Finke / Foto: Daniel Bockwoldt/DPA)