Gute Zeiten für Investoren

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Neubauten bleiben gefragt – die preise für neue Projekte tendieren in der jetzigen Zeit jedoch kaum nach oben.

Bremen. Der Baupreisindex für Wohngebäude, aber auch für den gewerblichen Immobiliensektor bewegt sich kaum von der Stelle. Die Preise für Neubauten haben sich nach
Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) im Vergleich zum Vorjahr so gut wie gar nicht verändert. Für die Monate August 2019 und August 2020 blieb das Niveau nahezu gleich.

Einmal pro Quartal führt das Bundesamt die Erhebung durch. Bei der vergangenen Studie für Mai 2020 wurde noch ein bundesweiter Preisanstieg von drei Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ermittelt. Von Mai bis August sanken die Baupreise jedoch um 2,2 Prozent. Grundlage für die Berechnungen sind die Bauleistungen.

Dazu zählen unter anderem Rohbauarbeiten, die im Bereich der Wohngebäude von August 2019 bis August 2020 um 0,4 Prozent zurückgingen. Den größten Anteil an den Rohbauarbeiten und auch am Gesamtindex für den Neubau von Wohngebäuden nehmen die Beton- und Mauerarbeiten ein. Betontätigkeiten sind in der neuesten Studie um 0,9 Prozent günstiger geworden, Mauerarbeiten um 0,3 Prozent. Leicht nach oben gingen die Kosten für Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten (0,2 Prozent). Erdarbeiten waren um 0,3 Prozent teurer als im August 2019, Zimmer- und Holzbauarbeiten kosteten 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Neubaupreise für Bürogebäude stagnierten derweil und legten – kaum spürbar – im Jahresvergleich um 0,1 Prozent zu. Für gewerbliche Betriebsgebäude mussten Investoren im Schnitt die gleiche Kaufsumme wie im August 2019 bezahlen.

Beim Blick auf die jüngere Statistik und die Entwicklung der Kaufpreise zeigt sich, dass sich Bürogebäude in Deutschland seit dem Jahr 2015 durchschnittlich um 15,5 Prozent verteuert haben. Gewerbliche Betriebsgebäude kosteten 15,6 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren.

Die jetzige außergewöhnliche Situation, in die verschiedene Aspekte hineinspielen, ist beinahe historisch: Eine ähnliche Stagnation der Baupreise für private und gewerbliche Neubauten hat es laut Destatis-Angaben zuletzt vor rund 17 Jahren gegeben. Ein Grund dafür, dass die Preise auf der Stelle treten, ist die Corona-Pandemie. Ohne die im Rahmen eines Konjunkturpakets eingeführte Mehrwertsteuersenkung, die Anfang Juli in Kraft getreten ist, hätten die Baupreise zumindest rein rechnerisch um 2,6 Prozent zugelegt.

(Autor: Guido Finke / Foto: Fabian Wilking)