Besser mehr und seltener: Im Garten richtig gießen

Wichtiger als die Häufigkeit ist beim Wässern die Menge. Wird der Boden einmal durchdringend gewässert, kann das Wasser auch in tiefere Bodenschichten dringen. (Foto: Christin Klose/dpa)

Bremen. Wenn es schon eine ganze Weile nicht mehr geregnet hat und Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer ihre Pflanzen gießen möchten, dann sollten sie eines beachten: Wichtiger als die Häufigkeit ist beim Wässern die Menge. Darauf weist der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hin.

Demnach ist es besser, den Boden einmal durchdringend zu wässern, als immer mal wieder ein wenig zu gießen. Denn so kann das Wasser auch in tiefere Bodenschichten dringen. Gießt man nur kurz, aber häufig, würden die tieferen Bodenschichten hingegen nicht ausreichend mit Wasser versorgt. Außerdem bildeten die Pflanzen dem Nabu zufolge in diesem Fall nur kurze Wurzeln aus. Gieße man sie weniger häufig, dafür aber intensiver, würden die Wurzeln mit der Zeit länger. Dann kämen sie auch an tiefere Bodenschichten, die weniger schnell austrocknen.

Beet nach dem Gießen hacken

Generell gießt man Ziergarten und Bäume am besten nur in der Pflanzzeit oder um Trockenperioden zu überbrücken, heißt es in der Zeitschrift „test“ (Ausgabe 04/2024). Ansonsten sollten diese sich aus Niederschlägen und Grundwasser versorgen können. Eine Ausnahme gibt es aber: das Gemüsebeet. Es braucht demnach im Sommer regelmäßig Wasser.

Annette Bucher vom Institut für Gartenbau Weihenstephan empfiehlt als Faustregel fürs Beet 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter alle drei bis vier Tage – verteilt über eine halbe Stunde.

Ein Tipp des Nabu, damit weniger Wasser verloren geht: alle Beete nach dem Gießen einmal oberflächlich durchhacken. Denn dabei werden die Kapillaren im Boden unterbrochen. Sie leiten Wasser aus tieferen Bodenschichten nach oben, wo es dann an der Oberfläche verdunstet. Unterbricht man den Mechanismus, wird Wasser im Boden zurückgehalten.

Sinnvoll außerdem: freie Stellen im Beet mit Stroh, Rasenschnitt oder Laub abdecken. Das schützt die Flächen darunter vor Austrocknung, heißt es in der „test“. Zwischen Sträucher könne man dafür auch bodenbedeckende Pflanzen wie Elfenblume (Epimedium) oder Teppichmispel (Cotoneaster dammeri) pflanzen.

Von Nathalie Rippich/dpa